Produzenten im Dauerdienst - Hofmann & Voges dreht sechs Kino- und TV-Filme
Erschienen im Blickpunkt Film
München – Hofmann & Voges steht ein heißer Herbst bevor. Gleich sechs
Produktionen gehen in den nächsten Wochen in Dreh, darunter Alexander
Adolphs zweiter Kinospielfilm, eine italienisch-deutsche Kinokoproduktion
mit Juliane Köhler und der erste „Tatort“ in der Firmengeschichte.
Mit breiter Brust und breiter Aufstellung geht Hofmann & Voges Entertainment, seit März 2007 zur Odeon Film AG gehörig, in den bevorstehenden Herbst. Neben den beiden Geschäftsführern
Mischa Hofmann und Philip Voges gehören mit Kathrin Breininger, Alban
Rehnitz, Rima Schmidt, Katja Herzog und Michael Polle inzwischen fünf weitere Produzenten und Producer zum Team. Angesichts der bereits
abgedrehten dritten Staffel der mit dem Grimmepreis ausgezeichneten ZDFSerie „KDD – Kriminaldauerdienst“, vor allem aber auch im Hinblick auf zwei Kino- und vier Fernsehfilme, die zwischen September bis Ende
November gedreht werden, ordnet Philip Voges 2009 als „sehr erfolgreichen Jahr“ ein.
Der bereits mehrfach ausgezeichnete
Autor Alexander Adolph realisiert mit Hofmann & Voges, dem
Kleinen Fernsehspiel des ZDF (Redaktion: Lucas Schmidt) und Arte seinen zweiten Kinospielfilm als Regisseur. Adolphs Erstling, „So
glücklich war ich nie“ mit Devid Striesow und Nadja Uhl sorgte im Frühjahr für Aufsehen im Arthouse-Bereich. Sein neuer Film, „Der letzte
Angestellte“ (AT), handelt von einem Insolvenzverwalter,
der auf ein leer stehendes Büro aufpassen muss, in dem es zu spuken
scheint. „Ein Geisterfilm, der in Richtung ‚Shining‘ meets Polanskis ‚Der Mieter‘ geht“, so die Beschreibung von Philip Voges, der den
Film gemeinsam mit Alban Rehnitz produziert. Die Hauptrollen sind mit Christian Berkel und Bibiana Beglau prominent besetzt. „Das dürfte spannend werden, zumal es sich um ein in Deutschland noch nicht sehr verbreitetes Genre handelt und wir bei den Effekten mit dem Horrorfilmer Olaf Ittenbach zusammenarbeiten“, erzählt Voges weiter.
Majestic übernimmt den Verleih, Drehbeginn ist am 13. Oktober.
Über Jan Mojtos Eos, zuletzt Produktionspartner bei „John Rabe“,
stieß Hofmann & Voges als Serviceproduzent zu der italienischen
Mafiosi-Ballade „Una vita tranquilla“. Von italienischer Seite sind Acaba
Produzioni und Rai Cinema beteiligt, als Produzent fungiert Fabrizio Mosca. Philip Voges wird die Dreharbeiten, die weitgehend in
Deutschland spielen, als Service Producer durchführen. Es geht um einen alten Mafiaboss, der sich vor langer Zeit aus dem Alltagsgeschäft
verabschiedet hat und zurückgezogen im Taunus lebt, eines Tages jedoch von seiner Vergangenheit eingeholt
wird. Die Hauptrolle spielt Toni Servillo, hierzulande bekannt
geworden durch „Il divo“ und natürlich „Gomorra“. Seine deutsche
Ehefrau spielt Juliane Köhler. Der Film entsteht unter der Regie von Claudio Cupellini, Autoren sind Filippo Gravino, Guido Iuculano
und Cupellini selbst. Die Dreharbeiten beginnen am 21. September in Italien und werden bereits eine Woche später in Hessen fortgesetzt.
Die Zusammenarbeit mit dem ZDF, 2003 durch den Dreiteiler „Der Liebe entgegen“ begründet, wird um zwei weitere Kapitel angereichert.
Mit dem Liebesdrama „Solange Du schliefst“ will Hofmann & Voges an die
herausragenden Quotenerfolge auf dem Montagssendeplatz mit den Thrillern „Mörderische Suche“ (2004) und „Tod einer Freundin“
(2006) anknüpfen. Die Erfolgsparameter scheinen erneut zu stimmen. Regie führt Nicole Weegmann, die mit ihrem Jugend/Sozialdrama
„Ihr könnt euch niemals sicher sein“ einen der besten Fernsehfilme 2008 vorgelegt hat und nun für den Deutschen Fernsehpreis nominiert wurde. In der Geschichte geht es um eine von Katharina Böhm gespielte
Bäuerin, die einen einsamen Hof bewirtschaftet und ihren im Wachkoma liegenden Mann betreut. Sie verliebt sich in einen Ingenieur, der auf ihrem Anwesen den Bau eines Windkraftwerks leitet. Prompt erwacht ihr Mann aus dem Koma. Rima Schmidt ist als Produzentin verantwortlich,
Redakteurinnen sind Esther Winker und Caroline von Senden,
gedreht wird ab dem 6. Oktober. Ebenfalls für den Mainzer Sender entsteht „Papa allein zuhaus“, eine von Regisseurin Vivian Naefe
selbst geschriebenen Geschichte, die sehr stark auf Hauptdarsteller Götz George zugeschnitten ist. George spielt einen verwitweten
Sauertopf, dessen Leben einen neuen Inhalt bekommt, nachdem er sich im Zuge eines Täter/Opfer-Programms um ein sozial verkommenes Teenie-Mädchen kümmern muss, das er zuvor angefahren hat. Philip Voges zieht Jack Nicholsons „grumpy old man“ aus „About Schmidt“ zum Vergleich heran. Produzentin ist Kathrin Breininger,
Producer Michael Polle, redaktionell ist Anja Helmling-Grob erantwortlich. Der Drehstart ist für den 3. November vorgesehen. Zweimal Neuland betritt die Münchner Produktionsfirma mit zwei 90-Minütern für die
ARD. Mit der BR-Episode „Nie wieder frei sein“ (Arbeitstitel) gesellt sich Hofmann & Voges zum erlesenen Kreis der „Tatort“-Produzenten.
Am 29. September beginnen in München unter der Regie von Christian Zübert die Dreharbeiten zu dem von Philip Voges als „Courtroom-Drama“ charakterisierten Krimi. Mit Zübert hatte Hofmann & Voges zuletzt auch bei „KDD“ zusammengearbeitet. Das Drehbuch stammt von Dinah Marte Golch. Um das bewährte Ermittlerduo Miroslav Nemec/Udo Wachtveitl schart sich ein vielversprechender Cast, bestehend aus Tilo Prückner, Katharina Müller-Elmau, „Beste Gegend„-Shooting-Star Anna
Maria Sturm, Lisa Wagner und Stephan Zinner (beide bekannt aus „Shoppen“) sowie Rainer Bock, der in Michael Hanekes Oscar-Kandidat „Das weiße Band“ den Arzt spielt. Produzenten
sind Kathrin Breininger und Michael Polle, die redaktionelle
Verantwortung liegt bei Silvia Koller. Für den BR hatte Hofmann &
Voges 2002 auch schon den für den Grimme-Preis nominierten Polizeiruf „Silikon Walli“ realisiert. Darüber hinaus erhielt das Unternehmen erstmals einen Produktionsauftrag der ARDTochter
Degeto für deren Freitagssendeplatz. „Trau keinem unter 30“ heißt die Komödie, in der Felix Eitner einen Mittvierziger spielt, der als Creativ Director entlassen wird, weil ein Jüngerer seinen Platz einnehmen soll, und sich verkleidet und auf jung getrimmt für seine alte Stelle bewirbt.
Marie Lou Sellem spielt die Widersacherin. Andi Niessner führt Regie nach dem Buch von Ilja Haller, der bereits an der Hofmann & Voges-Produktion „Wo ist Fred?“ mitgeschrieben hat. Produzent ist Philip Voges, Produzentin Katja Herzog , verantwortliche Redakteurin Katja Kirchen. Drehstart ist ebenfalls am 6. Oktober. Bereits abgedreht ist die dritte Staffel der ZDF-Serie „KDD“, mit der Sender und Produzent
– gerade was Erzählweise und Ästhetik betreffen – neue Maßstäbe im öffentlichrechtlichen Fernsehen gesetzt haben. Christian Zübert und der Österreicher Andreas Prochaska haben die von Orkun Ertner geschriebenen sechs Folgen und einen 90-minütigen Pilotfilm in Szene gesetzt. Zum brillanten Hauptcast um Götz Schubert, Manfred
Zapatka, Barnaby Metschurat, Melika Foroutan, Billey Demirtas, Saskia Vester und Jördis Triebel gesellen sich zahlreiche bekannte
Namen wie Sylvester Groth, Katrin Saß, Jürgen Hentsch, Fabian Busch, Inka Friedrich, Inga Busch, Nina Kronjäger, Laura Tonke, Uwe Bohm, Birge Schade, Barbara Phillipp, Lucas Gregorowitz, Peter Davor,
Wolfram Koch, Andreas Patton oder Idil Üner. Ein weiteres Novum: Erstmals ist Arte an einer Serie beteiligt. Dass sich alle sechs bevorstehenden Drehs so dicht im Zeitraum von knapp drei Monaten
drängen, empfindet auch Philip Voges als extrem. „Die Rhythmen
sind zwar immer so, dass es in der warmen Zeit verstärkt wieder losgeht, aber dieses Jahr scheint es sich bei allen noch ein bisschen
nach hinten verschoben zu haben.“ Die Zusammensetzung
der Teams ist dadurch schwerer geworden, auch Studios seien
schwerer zu bekommen. „Aber es geht“, so ein zufriedener Philip Voges, „letztlich haben uns alle zugesagt, mit denen wir zusammenarbeiten wollten.“ fra